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In unseren autonomen Wohnungen führen wir zwei Jugendliche - Schritt um Schritt - an das eigenverantwortliche Wohnen und Leben heran. Bei Misserfolg findet eine Abstufung statt, damit Verfehltes geübt und aufgearbeitet wird, bei Erfolg wird der nächste Schritt getan.

In drei Schritten zum selbstständigen Wohnen:

  1. Regelmäßigkeit und verbindliches Handeln, deren Gelingen anhand folgender Kriterien bewertet wird; Körperhygiene und Raumpflege, Kochen und Hauswirtschaften, pünktliches Auf- stehen und rechtzeitiger Besuch der Schule. Zusätzliche Teilnahme an Gruppenaktivitäten und ein Ziel pro Monat, die es einzuhalten gilt, eher der II-Schritt erfolgt. 


  2. Eigenverantwortung fördern; hier verwaltet der Heranwachsende eigenmächtig das Ver- pflegungs-, Bekleidungs- und Taschengeld, so bestimmt er sein Wochenplan und ein Monats- ziel, so wird ihm die Teilnahme an Gruppenaktivitäten freigestellt. Hingegen bleibt die Teilnahme an Gruppensitzungen bleiben verbindlich, um Jüngeren eine Vorstellung ihrer bevor- stehenden Verselbständigung zu vermitteln. (Es werden alle nötigen Anträge mit dem Jugendli- chen gemeinsam ausgefüllt; Besuche in der Schule oder Ausbildungsstätte erfolgen bei Bedarf ). Die Kriterien werden stichartig im Alltag überprüft und gegebenenfalls erneut eingeübt. 


  3. Die vollständige Eigenversorgung. Nach gemeinsamer Absprache des Betreuungsaufwandes mit dem Jugendamt wird hier überprüft, wie die erworbenen Kompetenzen umgesetzt werden. Hilfe erfolgt nach wie vor bei Fragen des Jugendlichen bezüglich Antragstellungen sowie Vermittlung zwischen Arbeitsämtern, Arbeitgebern und dem Lehrkörper. 


Ist eine Rückführung in das Bezugssystem des Kindes bzw. des Jugendlichen ermöglicht,
so findet eine abschließende Fallbegleitung durch das therapeutische und pädagogische Team statt. Diese beinhaltet neben einer aktiv-aufsuchenden Nachsorge, auch das Angebot an das Bezugssystem, regelmäßige Gesprächstermine vor Ort sowie telefonische Kontakte wahrzu- nehmen. Darüber erfahren die Familien die Sicherheit, bei entstehenden Konflikten und situativen Schwierigkeiten aufgrund der veränderten Familienkonstellation jederzeit einen vertrauten Ansprechpartner in erreichbarer Nähe an der Hand zu haben und so einer möglichen erneuten Eskalation vorbeugen zu können.

Nachhaltigkeit ist heute ein Qualitätsmerkmal pädagogischer Arbeit. Da wir die jungen Men- schen über einen längeren Zeitraum intensiv begleitet haben und ihre Stärken aber auch Schwierigkeiten kennen, sehen wir eine Nachbetreuung auf Grundlage von §§ 30, 31 SGB VIII durch unsere Mitarbeiter als sinnvoll an - bei Bedarf. Unsere Mitarbeiter weisen diesbe- züglich entsprechende Erfahrungen auf. Der Kostensatz für eine Nachbetreuung wird indivi- duell ausgehandelt.

Ist eine Rückführung in das Bezugssystem der Jugendlichen nicht möglich, können wir im Rahmen unserer Jugendwohngemeinschaft in einer abgeschlossenen Wohnung mit zwei Plätzen in Alt Ruppin die Verselbständigung trainieren und auf eine eigenständige Lebens- führung vorbereiten.

 

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